MZ 26.08.2011

 

Abbau am Josefshaus: Alte Orgel geht nach Polen

 

Am Freitag wurde am Josefshaus die alte Orgel abgebaut. Zusammen mit einigen Kirchenbänken geht sie nach Polen und wird dort neu aufgebaut.

Von Herbert Göcke

Pfeife für Pfeife zerlegt Orgelbauer George Kurecki (l) die Orgel der ehemaligen Kapelle des Josefshauses. Ein polnischer Student (r) geht ihm zur Hand. 

Über mehrere Etagen schleppten die Helfer die Bänke ins Freie. 

 

Die Orgelpfeifen werden abtransportiert. Ein polnischer Student bringt sie zum Fahrzeug. Rolf Cyprian vom Heimatverein schaut ihm über die Schulter. 

Fotos: Göcke

Pfarrer Josef Kozuchowski aus Kmiecin (ehemals Fürstenau) in Polen muss seine Messen in Zukunft nicht mehr behelfsmäßig abhalten.

Aufgrund einer sehr wechselhaften Geschichte fehlt es der Kirche aus dem 14. Jahrhundert mittlerweile an so ziemlich allem. „Meine Pfarrkirche wurde in der Vergangenheit oftmals beraubt und geplündert“, sagt Pfarrer Josef Kozuchowski. „Es fehlt eine Kommunionbank, Kerzenständer, eine kleine Orgel, Figuren Heiliger, Bilder und auch Beichtstühle“, zählt der polnische Pfarrer auf.

Mobiliar aus Deutschland

Er hoffte, in Deutschland Entsprechendes zu finden. Bei der Stiftung St. Josefshaus wurde angefragt, ob man die Orgel, die Bänke und anderes Einrichtungsmobiliar zur Verfügung stellen könne.

Alle Entscheidungsträger der Stiftung stimmten zu: Pfarrer Josef solle die Orgel – 18 Register stark –, die Kirchenbänke, ein Vortragekreuz, einen Kerzenständer und die Statue des heiligen Josef erhalten.

„Es war unser Ziel, alle Gegenstände wieder einer sakralen Nutzung zur Verfügung zu stellen“, sagte Stiftungsvorsitzender Rolf Cyprian.

Die Freude bei Pfarrer Josef war groß. Er organisierte einen polnischen Orgelbauer, der mit einem Studenten die Orgel zerlegte und für den Transport verpackte. Ein großer Laster kam aus Polen, um die Kirchenbänke mitzunehmen.

Tatkräftige Unterstützung

Tatkräftige Unterstützung erhielten sie vom Oldtimer-Traktorenclub, außerdem von zwei Kolpingmitgliedern und einigen Privatpersonen. Die Hilfsbereitschaft war groß.

Sicherlich werden sich die 1 300 Pfarrangehörigen freuen, wenn sie demnächst in den Messen auf den Bänken der Josefshauskapelle sitzen können und ihr Gesang von deren Orgel begleitet wird.

Gerne hätte Pfarrer Josef Kozuchowski auch den Kreuzweg der Kapelle gehabt, aber der konnte ihm nicht zur Verfügung gestellt werden, da er zur Kapelle gehört und unter Denkmalschutz steht, wie einige weitere Fresken.

Zum Abbruch oder Nichtabbruch der Kapelle sagte Rolf Cyprian, dass man höheren Ortes unterschiedlicher Meinung sei. Die Entscheidung liege nunmehr beim Innenminister des Landes NRW. Er verwies auf die Kosten einer Erhaltung. 250 000 Euro seien notwendig, sie so instand zu setzen, dass kein weiterer Verfall erfolge.

Mehr als das Doppelte dieser Summe ist erforderlich, um die Kapelle für einen weiteren Gebrauch herzurichten. ..................,.... 

 

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