Brief an die Gemeinde

Liebe Mitglieder unserer Kirchengemeinde!

Herzliche Grüße aus dem Pfarrhaus - ich hoffe, Ihnen geht es gut!

In den vergangenen Wochen hat sich unser Leben verändert. Viele Sicherheiten unseres Zusammenlebens sind verlorengegangen. Wir mussten und müssen weiterhin vorsichtig sein im Umgang miteinander.

Die notwendigen Schutzmaßnahmen wirken sich auch auf unsere Kirchengemeinde aus: Unser gewohntes Gemeindeleben ist zum Erliegen gekommen.

In einem Artikel habe ich vor einigen Tagen gelesen, unsere gesamte Gesellschaft sei „auf sich selbst zurückgeworfen“.

Dieses Bild passt meiner Meinung nach auch zu unserer Kirchengemeinde.

Die Umstände haben dazu geführt, dass viele von uns erkennen konnten, was für uns in St. Michael und St. Petronilla unverzichtbar ist und unbedingt gebraucht wird.

Nun möchten wir diese Einsichten für die Zukunft unseres Gemeindelebens nutzen.

Deshalb wende ich mit einer Bitte an Sie.

Der nächste Pfarrbrief soll sich überwiegend mit diesem einen Thema beschäftigen: Wie wollen wir als Gemeinde  - vielleicht durch die Krise erneuert – miteinander leben? Was sollten wir ändern? Was müssen wir unbedingt bewahren?

Mir ist klar, dass wir die großen Systemfragen unserer Kirche bei uns vor Ort nicht klären können (Demokratiefrage, Frauenfrage, Priesterfrage, etc.).

Dennoch gibt es viele andere Fragen, auf die wir für uns passende Antworten finden müssen:

- zu Fragen unseres Glaubens: Wie können wir unseren Glauben weitergeben, wenn wir das wollen? Wie kann unsere Kirchengemeinde helfen, wenn es um die persönliche Beziehung zu Gott geht? …

- zu Fragen unserer Liturgie: Wie wichtig sind unsere Gottesdienste und Messfeiern, wenn über 90 % unserer Gemeindemitglieder diese Einladungen zum gemeinsamen Gebet nicht annehmen? Brauchen wir mehr oder weniger Angebote? …

- zu Fragen unseres sozial-caritativen Engagements: Tun wir genug für die, die Hilfe gebrauchen? Wie können wir als Kirchengemeinde unsere Sorge um ein gutes Miteinander (neu) organisieren? Haben wir die Armen und Schwachen ausreichend im Blick? …

Es würde mich sehr freuen, wenn Sie sich zu diesen und ähnlichen Fragen Gedanken machen und diese mit mir teilen.

Ich möchte aus Ihren Antworten gerne den nächsten Pfarrbrief gestalten und auf diese Weise möglichst viele Gemeindemitglieder an den verschiedensten Gedanken teilhaben lassen. Dazu würde ich dann aus Ihren Briefen zitieren (natürlich ohne Namensnennung).

Deshalb meine Bitte an Sie: Schreiben Sie mir in ganzen Sätzen oder als Stichworte, was für Sie in unserer Kirchengemeinde unverzichtbar und wichtig ist, und was Sie sich für die nächste Zukunft für unsere Kirchengemeinde wünschen.

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir Ihre Antworten bis zum 10. Mai zukommen lassen würden. Bitte per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder in den Briefkasten am Pfarrhaus.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe – ich bin gespannt auf Ihre Zeilen!

Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Osterzeit!

Bernhard Schmedes, Pfr.